LTE Geschwindigkeit

Der Bedarf an schnellen mobilen Internetanschlüssen steigt immer weiter. Durch den großen Erfolg der Smartphones nutzen immer mehr Menschen auch unterwegs das Internet. Mit LTE wollen die Mobilfunkbetreiber ihren Kunden noch in diesem Jahr flächendeckend Verbindungen anbieten, die problemlos mit DSL-Anschlüssen konkurrieren können.

Was LTE theoretisch leistet

Der offensichtlichste Vorteil durch die Nutzung der nächsten Mobilfunkgeneration LTE ist die deutlich gestiegene Übertragungsrate. In der Theorie sollen dabei LTE Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s im Downlink sowie 75 Mbit/s im Uplink ermöglicht werden. Wie bei kabellosen Verbindungen üblich, erreicht jedoch auch LTE praktisch kaum diese theoretischen Maximalwerte. Die tatsächliche Datenrate hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die verwendeten Frequenzen und auch die Teilnehmer einer einzelnen Zelle. Denn wie schon bei UMTS verfügt eine Zelle nur über eine bestimmte Bandbreite, die sich alle Nutzer teilen. Wählen sich also sehr viele Nutzer gleichzeitig über den gleichen Zugangspunkt ein, sinkt die Datenrate für jeden Einzelnen.

LTE Geschwindigkeit in der Praxis

Derzeit ist LTE in Deutschland schon bei allen Anbietern erhältlich. Möglich sind bereits Datentarife mit bis zu 50 Mbit/s, die in der Praxis je nach Standort auch tatsächlich erreicht werden können. Für die nahe Zukunft kündigten einige Hersteller auch schon Anschlüsse mit bis zu 100 Mbit/s an. Am gefragtesten sind zurzeit jedoch LTE Tarife mit bis zu 21 Mbit/s. Das Verhältnis von Preis und Leistung fällt hierbei am günstigsten aus, denn für die Nutzung von 50 Mbit/s oder mehr ist auch die Buchung eines entsprechenden Tarifs nötig, was zu hohen monatlichen Kosten führen kann. Darüber hinaus sind diese hohen Datenraten auch noch nicht flächendeckend verfügbar. Jeder Anbieter führt jedoch vor Buchung eines Tarifs einen LTE Verfügbarkeitscheck durch, der einem Nutzer die maximal mögliche Geschwindigkeit für seinen Standort anzeigt.

LTE als Alternative zum Festnetz?

Da LTE in Sachen Geschwindigkeit problemlos sogar mit modernen VDSL Anschlüssen mithalten kann, denken immer mehr Menschen darüber nach, die neue Technik als Ersatz für einen Festnetzanschluss zu verwenden. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine solche Nutzung, allerdings fallen die Kosten in der Regel deutlich höher aus. Wer also auch über das Festnetz mit schnellem Internet versorgt werden kann, sollte vorerst noch nicht wechseln. Interessant ist LTE als Festnetzalternative vor allem, wenn kein DSL oder nur sehr geringe Geschwindigkeiten verfügbar sind. LTE sorgt auch in ländlichen Regionen endlich für flächendeckend verfügbares Internet mit sehr hohen Datenraten. Bei der Ersteigerung von Frequenzen im 800 MHz Bereich verpflichteten sich die Mobilfunkanbieter sogar dazu, bisher unterversorgte Gebiete mit LTE zu versorgen. Aktuell ist der Netzausbau zwar noch nicht abgeschlossen, viele Gebiete können jedoch schon von LTE profitieren. Wie bei mobilen Datentarifen gilt jedoch auch bei LTE als Festnetzersatz eine bestimmte Volumenbegrenzung. Bei Erreichen eines bestimmten Datenlimits wird die Bandbreite eines Nutzers für den Rest der aktuellen Abrechnungsperiode gedrosselt. Anders als bei Mobilfunktarifen kann nach einer Drosselung jedoch noch mit 384 Kbit/s gesurft werden, was der durchschnittlichen Geschwindigkeit von UMTS entspricht. Einfache Anwendungen wie das Surfen im Internet oder das Abrufen von E-Mails ist damit noch problemlos möglich. Lediglich Downloads nehmen nach einer Drosselung unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch. Ob und wann eine echte LTE Flatrate ohne Drosselung angeboten wird, lässt sich derzeit nicht vorhersagen.

Auch die Hardware spielt eine Rolle

Selbst das beste LTE Signal hilft wenig, wenn die verwendete Hardware nichts damit anfangen kann. Ganz gleich ob Smartphone oder Surfstick, die Hardware muss in jedem Fall überhaupt mit LTE kompatibel sein. Auch die unterstützen Frequenzen sind wichtig, das HTC Velocity 4G unterstützt beispielsweise nur LTE im Frequenzbereich von 800 oder 2600 MHz. Das deckt die gängigsten in Deutschland verwendeten Frequenzbereiche ab, T-Mobile setzt jedoch in bestimmten Gebieten auch Frequenzen im Bereich von 1800 MHz ein. Das HTC Smartphone könnte das LTE Netz in diesem Fall nicht nutzen.
Neben der Verarbeitung der LTE Signale spielt auch die Leistung des Geräts eine Rolle. Ein Handy mit einem eher langsamen Prozessor baut Internetseiten auch mit der schnellsten Verbindung nur vergleichsweise langsam auf. Im Bereich der Smartphones stellt dies jedoch kein wirkliches Problem dar, da derzeit ohnehin nur Geräte im Highend Bereich die neue LTE Technik unterstützen. Ältere Notebooks hingegen können die Vorteile von LTE womöglich nicht vollständig nutzen. Wenn sehr aufwendige Webseiten nur ruckelig dargestellt werden oder hochauflösende Videos zur Diaschau verkommen, hilft eine schnellere Datenverbindung nicht weiter. LTE ist deshalb nur in Verbindung mit halbwegs aktueller Technik empfehlenswert.

LTE Geschwindigkeit testen

Wer schon heute über einen LTE Anschluss verfügt, kann die tatsächliche Geschwindigkeit problemlos im Internet testen. Zu diesem Zweck existieren spezielle LTE Speedtests im Internet, die auf die speziellen Eigenheiten des Mobilfunknetzes angepasst sind. Gewöhnliche DSL Speedtests sind hingegen für LTE nur wenig empfehlenswert, die aus dem Mobilfunknetz empfangenen Daten können leicht falsch interpretiert werden. Mit einem LTE Speedtest ist jedoch generell auch die Messung eines 3G Anschlusses möglich. Die Nutzung des Tests gestaltet sich dabei denkbar einfach, meist sind keine weiteren Angaben nötig. Lediglich die Postleitzahl kann eingegeben werden, dies ist aber nicht bei jedem Geschwindigkeitstest zwingend nötig. Über Datenschutz müssen Anwender sich aber in keinem Fall Gedanken machen.
Nach dem Starten des Tests dauert es in der Regel nur eine Minute, bis das Ergebnis angezeigt wird. Alle wichtigen Daten werden dann übersichtlich angezeigt, sowohl die Geschwindigkeit im Down- und Uplink als auch der Ping können leicht abgelesen werden. Mobilfunknutzer erfahren so schnell, über welche Datenraten sie tatsächlich verfügen. Die Testresultate können jedoch abweichen, es lohnt sich deshalb, einen Test mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten durchzuführen.

LTE Geschwindigkeit in der Zukunft

Obwohl LTE schon heute sehr hohe Datenraten im Mobilfunknetz erlaubt, wird die LTE Geschwindigkeit in absehbarer Zukunft noch weiter steigen. Der erste Schritt dazu ist der Ausbau des bereits bestehenden Netzes. Da LTE in den Grundzügen auf dem Vorgänger UMTS aufbaut, ist der Ausbau für die Anbieter relativ einfach zu bewerkstelligen. Es ist deshalb mit einem vergleichsweise schnellen Ausbau zu rechnen. Doch auch am Nachfolger von LTE wird bereits gearbeitet. LTE Advanced soll langfristig für Übertragungsraten im Gbit-Bereich sorgen und dabei auch die Latenzzeiten noch weiter verbessern.