LTE SMS

Trotz der vielen Vorteile von LTE möchten die Nutzer nur ungerne auf bereits bewährte Technologien verzichten. Dazu gehört unter anderem auch die SMS. Der Versand der beliebten Kurznachrichten über LTE gestaltet sich aber schwieriger, als es sich manch einer vorstellt.

Die Technik von SMS

Die SMS war bei der Entwicklung des ersten digitalen Mobilfunknetzes eigentlich überhaupt nicht vorgesehen. Lediglich die Sprachübertragung sollte über das GSM-Netz ermöglicht werden. Endgeräte sollten aber über einen sogenannten Signalisierungskanal verschiedene Informationen direkt aus dem Netz beziehen können. Dazu zählt unter anderem die aktuelle Empfangsstärke. Ferner erlaubt dieser Kanal einem Mobilfunkbetreiber, automatisch Einstellungen auf einem Mobiltelefon vorzunehmen. Auf diesem Wege kann beispielsweise der Internetzugang eines Smartphones eingerichtet werden, ohne dass der Nutzer dabei irgendetwas tun müsste. Für großes Aufsehen sorgte auch die Polizei, die eben diesen Signalisierungskanal nutzte, um im Rahmen von Ermittlungen verdächtige Personen zu orten.
Schnell stellte sich bei der Entwicklung heraus, dass dem Signalisierungskanal mehr Platz zugesprochen wurde, als er eigentlich benötigt. Die Entwickler kamen deshalb auf die Idee, den verbliebenen Platz für die Übermittlung von kurzen Nachrichten zu verwenden. Niemand ahnte dabei, wie gut dieser Service beim Kunden ankommen würde. In der Anfangszeit war die Nutzung der Kurznachrichten sogar noch völlig umsonst. Erst mit steigendem Interesse der Nutzer wurde für die Übermittlung Geld verlangt. Heute gehören SMS zu den wichtigsten Einnahmequellen der Mobilfunkbetreiber, weshalb eine Lösung für LTE unbedingt nötig ist.

Lösungsansätze für LTE

LTE stellt die Mobilfunkbetreiber vor einige Probleme. Die aus dem GSM- und UMTS-Netz bekannten Dienste können nicht einfach übernommen werden, da es sich um eine völlig andere Technologie handelt. Wer sich jedoch in ein LTE Netz anmeldet, möchte natürlich trotzdem weiterhin auch erreichbar sein. Derzeitige Lösungsansätze setzen dabei auf einen Fallback in das 2G oder 3G Netz, was zwar prinzipiell funktioniert, jedoch mit einigen Nachteilen behaftet ist. Bei einem eingehenden Anruf muss dem Endgerät erst signalisiert werden, dass es sich in ein anderes Netz einbuchen muss. Dadurch entstehen zum Teil lange Wartezeiten. Der größte Nachteil ist jedoch, dass eine bestehende Datenverbindung über LTE meist nicht aufrechterhalten werden kann. Zum Zeitpunkt aktive Dienste werden also im Zweifel einfach unterbrochen. Auch SMS können per LTE nicht einfach an Geräte übermittelt werden, die sich nicht in das LTE Netz einwählen können. LTE wurde in erster Linie mit Hinblick auf Datenverbindungen konzipiert, weshalb ein Signalisierungskanal wie bei den älteren Netzen nicht mehr unbedingt nötig erschien. Es gibt jedoch schon heute Lösungen für diesen Umstand. Denkbar sind vor allem Endgeräte, die sich gleichzeitig in ein LTE Netz und in ein UMTS-Netz einloggen können. Auf diesem Wege könnten die unterschiedlichen Dienste gleichzeitig genutzt werden und auch dem Senden und Empfangen von SMS stünde nichts im Wege. Andere Lösungsvorschläge wollen über spezielle Techniken Verbindungen in das UMTS-Netz wie eine einfache IP-Verbindung behandeln. Die Verarbeitung der unterschiedlichen Signale könnte in diesem Fall vom Anbieter durchgeführt werde, sodass ein Endanwender weiterhin im LTE Netz angemeldet bleiben kann.

Die Zukunft von SMS

Mit steigender Verbreitung von LTE wird die aktuelle Problematik immer weiter in den Hintergrund geraten. Denn in Zukunft werden Mobilfunkdienste mehr und mehr auf den Betrieb über das Internet optimiert. Die Sprachübertragung soll eines Tages nur noch per VoIP realisiert werden. Ebenso könnten auch Nachrichten problemlos per Internet verschickt werden, wie es heute schon mit den zahlreichen Instant Messengern getan wird. In einem solchen Fall wäre nicht einmal mehr eine Zeichenbegrenzung gegeben. Bis das LTE Netz jedoch diese Ausbaustufe erreicht, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Endanwender müssen sich trotzdem kaum Gedanken machen. Um in der Übergangszeit sämtliche Dienste zur Verfügung zu stellen, lassen sich die Mobilfunkanbieter immer neue Tricks einfallen. Ein Nutzer selbst merkt davon kaum etwas, jedoch wird jedes LTE Smartphone ohne Weiteres SMS versenden können, die dann auch bei jedem Gerät ankommen, das möglicherweise nicht über LTE Unterstützung verfügt oder gerade keinen Empfang in dem neuen Netz hat. Besonders in der Anfangszeit können zwar kleinere Ärgernisse hinzukommen, wie etwa verlängerte Wartezeiten oder Verbindungsabbrüche von Datenverbindungen, dabei handelt es sich aber lediglich um Kinderkrankheiten, mit der jede neue Technologie zu kämpfen hat. Durch die hohe Nachfrage nach schnellen mobilen Internetzugängen entwickelt sic die LTE Technik jedoch rasant weiter, sodass schon früh mit einer optimalen Lösung zu rechnen ist. Bis dahin können LTE Nutzer noch auf zahlreiche Alternativen zurückgreifen. SMS können beispielsweise problemlos aus dem Internet verschickt werden und erreichen so einen Empfänger ohne Verzögerungen. Auch die Nutzung eines Instant Messengers kann sinnvoll sein, sofern das Gegenüber ebenfalls über ein geeignetes Smartphone verfügt. Besonders in Verbindung mit einer LTE Flatrate sind derlei Dienste interessant, da für den Versand von einzelnen Nachrichten keinerlei Kosten anfallen. Der größte Nachteil ist jedoch, dass keine Nachrichten an Mobilfunknummern verschickt werden können und alle Teilnehmer sich in einem bestimmten Netzwerk registrieren müssen. Der Einsatz ist also vor allem interessant, wenn mit einer bestimmten Person sehr häufig Textnachrichten ausgetauscht werden.