LTE Tablets

LTE ist nicht nur für den Einsatz bei Smartphones interessant, auch alle anderen mobilen Geräte profitieren von dem neuen Mobilfunkstandard. Dazu zählen auch Tablets, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Vorteile von LTE Tablets

Die Vorteile eines LTE Tablets sind prinzipiell die gleichen wie bei jedem anderen Gerät auch. Die Datenrate steigt spürbar an, wodurch Downloads sehr viel schneller erledigt ist. Nun wird kaum jemand mit einem Tablet übermäßig viel herunterladen, dagegen spricht schon die Volumenbegrenzung der Anbieter, nach deren Erreichen die Geschwindigkeit spürbar gedrosselt wird. Die höhere Geschwindigkeit sorgt aber dafür, dass auch Full HD Videos ohne Probleme gestreamt werden können. Eine 3G Verbindung reicht dafür oftmals nicht aus. Noch schwerer wiegt bei den LTE Tablets aber der Vorteil der kürzeren Reaktionszeit. Gerade bei Tablets sind Funktionen wie Videotelefonie oder Online Spiele sehr beliebt, mit den langen Latenzzeiten des 3G Standards sind solche Anwendungen jedoch nicht zufriedenstellend möglich. LTE beseitigt diesen Mängel, im besten Fall liegen die Reaktionszeiten unter 5 ms und können so problemlos mit jeder Festnetzleitung konkurrieren.

WLAN oder LTE?

Die Nutzung eines LTE Tablets ergibt in der Regel nur unterwegs Sinn, denn zuhause kann per WLAN auch einfach die reguläre Internetleitung genutzt werden. Vor allem in Städten begegnen Nutzer auch vielen öffentlichen Hotspots. Da könnte manch einer denken, ein LTE Tablet sei überhaupt nicht nötig. Doch die öffentlichen WLAN Zugänge sind nur begrenzt empfehlenswert. Wer ohnehin nur etwas surft, sich beispielsweise die neuesten Nachrichten holt oder Ähnliches, hat nichts zu befürchten. Für sicherheitskritische Anwendungen sind Hotspots jedoch nicht empfehlenswert. Zu leicht können sensible Daten abgefangen werden. Mit einer LTE Verbindung existiert diese Unsicherheit nicht, was unterwegs auch das Arbeiten in einem Firmennetzwerk oder Onlinebanking problemlos erlaubt.

Gibt es schon LTE Tablets?

Bisher gibt es nur wenige LTE Tablets, mittlerweile haben jedoch alle wichtigen Hersteller zumindest schon entsprechende Modelle angekündigt. Einige Geräte lassen sich auch schon kaufen, unter anderem existieren LTE Versionen des Samsung Galaxy Tabs sowie des Asus Transformers. Die ungeteilte Aufmerksamkeit erhält jedoch Apple, die den Tablet Markt klar dominieren. Viele Nutzer freuten sich deshalb darüber, dass das neue iPad 3 mit LTE ausgestattet wurde. Da das Tablet auch sonst technisch hervorragend ausgestattet ist, steht einem Nutzer eine Fülle von Möglichkeiten offen. Doch das iPad 3 hat einen entscheidenden Haken, der sich auch bei vielen Konkurrenzprodukten finden lässt. Das LTE Modul ist ausschließlich für den Einsatz in den USA geeignet.

LTE Tablets in Europa

In Europa kommen andere Frequenzen als in den USA zum Einsatz, auch Asien und Afrika haben jeweils eigene Frequenzen festgelegt. Für den LTE Standard an sich ist das kein großes Problem, da er mit vielen unterschiedlichen Frequenzen einwandfrei funktioniert. In der Praxis entstehen aber bei der Hardware einige Probleme. Die größten Hersteller unterstützen in erster Linie den umsatzstarken amerikanischen Markt, Europa erhält nur eine vergleichsweise geringe Priorität. Vor allem in der Anfangszeit von LTE sind die Empfangsmodule jedoch noch nicht fortgeschritten genug, um sämtliche Frequenzen zu unterstützen. In der Folge setzen nahezu alle Hersteller auf die Frequenzen der USA, was die LTE Funktion in Europa nutzlos macht. Früher oder später werden die Hersteller jedoch auch entsprechende Geräte für den europäischen Markt anbieten, auch das Erscheinen von Multiband-fähigen Geräten ist nur eine Frage der Zeit. Momentan kann sich die Suche nach einem LTE Tablet für einen Europäer jedoch noch als schwierig herausstellen.

Tablets mit LTE nachrüsten

Nicht immer ist ein Nutzer auf ein integriertes LTE Modem angewiesen. Viele Tablets verfügen über USB Anschlüsse und lassen sich so mit unzähligen Geräten erweitern. Dazu zählen auch LTE Sticks. Statt dem Kauf eines gänzlich neuen Tablets kann ein vergleichsweise günstiger LTE Stick den Zugang zum neuen Mobilfunknetz ermöglichen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das jeweilige Tablet einen solchen Stick unterstützen muss. Nicht nur ein USB-Slot muss vorhanden sein, auch die Software muss mitspielen. Mit einem Windows 7 Tablet gibt es dabei keinerlei Probleme, die entsprechenden Treiber werden direkt vom Stick selbst installiert und dem schnellen Surfvergnügen steht nichts mehr im Wege. Schwieriger wird es bei Android. Das von Smartphones bekannt System ist nicht darauf ausgelegt, die Nutzung von LTE Sticks zu ermöglichen. Es existiert aber durchaus Software, die den Einsatz eines LTE Sticks trotzdem ermöglicht. Dabei werden jedoch nicht alle Geräte unterstützt. Vor dem Kauf sollte also unbedingt so weit möglich überprüft werden, ob Tablet und LTE Stick miteinander kompatibel sind. Bei einem iPad stellt sich diese Frage erst gar nicht, da das Apple Gerät über keinen USB-Anschluss verfügt. Zwar könnte der Anschluss über einen Adapter trotzdem realisiert werden, funktionieren wird ein LTE Stick auf diese Weise aber nicht. iPad Nutzer, die LTE nutzen möchten, kommen in der Regel nicht um den Kauf eines neuen Gerätes herum.

LTE Tablets in der Zukunft

Schon jetzt stellen immer mehr Hersteller ihre Produktion auf neue LTE Tablets um. Im Laufe des nächsten Jahres könne die Herstellung von Geräten ohne LTE vielleicht schon komplett eingestellt werden. Auch die anfänglichen Kinderkrankheiten werden immer weiter ausgemerzt und die Nutzung von LTE wird früher oder später zum Standard. Es kann sich deshalb lohnen, mit dem Kauf eines Tablets noch etwas zu warten, um ein technisch ausgereifteres Produkt zu erhalten. Gerüchteweise soll auch eine neue Version des iPad 3 erscheinen, die die LTE Nutzung endlich auch in Europa ermöglicht. Dabei handelt es sich aber lediglich um Spekulationen, Apple hat diese Meldungen in keiner Form bestätigt. Früher oder später wird jedoch ein neues Modell erscheinen und eine fehlende LTE Unterstützung für Europa wäre dabei eine große Enttäuschung.