LTE Videotelefonie

Hohe Bandbreiten und niedrige Latenzzeiten machen das mobile Internet mit LTE endlich auch für zeitkritische Anwendungen interessant. Dazu gehört neben Onlinespielen vor allem die Videotelefonie.

Keine technischen Probleme

Rein technisch setzt LTE den Anwendern in Sachen Videotelefonie keine Steine in den Weg. Mit einer Reaktionszeit von 20 ms oder weniger findet keine spürbare Verzögerung statt. Auch die Geschwindigkeit reicht mit bis zu 100 Mbit/s problemlos aus. Wichtig bei der Videotelefonie ist jedoch, dass beide Gesprächsteilnehmer über einen geeigneten Anschluss verfügen. Bei der Wahl von kleineren Tarifen müssen Sie sich indes keine allzu großen Gedanken machen, selbst mit 7,2 Mbit/s sind noch Videotelefonate in zufriedenstellender Qualität möglich. Diese Datenrate wird bereits von der Vorgängertechnik 3G erreicht, allerdings verhindert hier die Latenzzeit von oft 100 ms oder mehr den reibungslosen Ablauf von Videotelefonaten.

Worauf bei der Videotelefonie zu achten ist

Videotelefonie stellt mobile Internetzugänge vor besonders hohe Herausforderungen. Eine gewaltige Menge an Daten muss zeitnah verarbeitet werden, und das natürlich am besten ohne merkliche Verzögerung. Deshalb ist besonders ein stabiles Signal sehr wichtig, um nicht ständig Verbindungsabbrüche zu erleiden. Wählt sich ein gerät beispielsweise ständig in neue Funkzellen ein, führt dies leicht zu einem Abbruch eines Gesprächs. Vor allem wenn dabei auch noch von LTE in ein 3G Netz gewechselt wird, entstehen außerdem mitunter lange Wartezeiten. Im Zug oder im Auto sind Videotelefonate deshalb bisher nur bedingt empfehlenswert. Wer sich jedoch im Einzugsbereich einer LTE-Basisstation befindet, sollte keine Probleme bekommen. Um die ständige Verfügbarkeit von LTE zu gewährleisten, kann es jedoch helfen, in den Einstellungen des jeweiligen Gerätes den Datenverkehr nur auf LTE zu beschränken und einen Fallback in ein 3G-Netz zu unterbinden.

Die Tücken der Mobilfunkanbieter

Auch wenn die technischen Möglichkeiten gegeben sind, unter anderem machen die Mobilfunkanbieter dem Spaß schnell ein Ende. Dann nämlich, wenn das Volumenlimit des LTE-Vertrags erreicht wird. Bei standortgebundenen Tarifen setzt dann eine Drossel ein, die nur noch 384 kbit/s zulässt. Damit sind Videotelefonate in einigermaßen guter Qualität noch gerade eben möglich. Bei vielen mobilen LTE-Tarifen wird das Internet jedoch auf nur noch 64 kbit/s gedrosselt. Mit einer solchen Datenrate lassen sich keine Videotelefonate mehr führen. Die jeweilige Software wird den Dienst dann sehr wahrscheinlich mit einer Fehlermeldung quittieren. Schon eine Stunde Videotelefonie verursacht Datenmengen von 100 – 200 MB, wer diese Funktion also nutzen möchte, sollte darauf achten, über eine entsprechende Menge an High Speed Volumen zu verfügen. Zumindest bei der Telekom gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, die Drossel nach Erreichen des Datenlimits wieder zu entfernen. Mit der sogenannten „Speed On“ Option wird das Datenvolumen des aktuellen Monats zurückgesetzt und es kann wieder die volle Bandbreite genutzt werden. Allerdings verlangt der Mobilfunkkonzern dafür eine Gebühr von knapp 15 Euro. Die restlichen Anbieter kündigten bisher noch keine ähnlichen Optionen an und auch auf eine echte Flatrate warten die Kunden bisher vergebens.

Ebenfalls zu beachten im Zusammenhang mit der Videotelefonie sind die Vertragsbedingungen der Anbieter. Bei der Videotelefonie wird Voice over IP, oder kurz VoIP, genutzt. Bei einigen Tarifen ist jedoch genau dieses System in den Vertragsbedingungen ausgeklammert. Nach bisheriger Erfahrung ist die Nutzung meist trotzdem möglich und bisher ist auch nichts von eventuellen Folgen bei Nichtbeachtung dieser Vertragsklausel bekannt. Jedoch sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass die Nichtbeachtung von Geschäftsbedingungen auch Folgen nach sich ziehen kann. Bei den LTE-Tarifen der Telekom findet sich bisher kein Verbot von VoIP, die Nutzung ist also zunächst gestattet.

Passende Hardware für LTE Videotelefonie

Um Ihre Hardware müssen Sie sich bei der Videotelefonie zurzeit keinerlei Gedanken machen. Denn sämtliche aktuellen Geräte, die LTE unterstützen, verfügen ohnehin über genügend Leistung, um Videotelefonie auf hohem Niveau zu realisieren. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Smartphone, ein Tablet oder ein Notebook handelt. Lediglich bei der Aufrüstung eines älteren Notebooks per LTE-Stick sollte die vorhandene Hardware auf Tauglichkeit überprüft werden. In der Regel reicht aber schon ein günstiger Zweikernprozessor aus, dem 2 GB Arbeitsspeicher sowie ein Grafikchip zur Seite stehen. Ganz wichtig für die Videotelefonie ist aber natürlich eine Kamera. Die meisten modernen Notebooks haben eine solche bereits integriert. Vorsichtiger sollten Sie beim auf von Smartphones sein. Nicht jedes Modell verfügt über eine Frontkamera, mit einer Kamera auf der Rückseite des Geräts gestaltet sich Videotelefonie erwartungsgemäß schwierig.