o2 LTE

Im Netz von O2 sind heute bereits stationäre LTE-Verbindungen möglich, die in erster Linie als Festnetzersatz vermarktet werden. Doch schon bald sollen auch Tarife für den mobilen Einsatz samt passenden Smartphones angeboten werden. Dabei war lange Zeit überhaupt nicht klar, ob O2 überhaupt LTE anbieten wird.

LTE Frequenzen für O2

Lange Zeit tat sich O2 in Sachen Netzausbau schwer, viele Nutzer beklagten die mangelhafte Versorgung mit modernen Technologien. Erst als die Telefónica Europa das Münchner Unternehmen im Jahr 2005 aufkaufte, war endlich genug Geld für einen Ausbau des Netzes vorhanden. Daraufhin folgte ein beispielloser Netzausbau, für den O2 in der Fachpresse hochgelobt wurde. Heute ist das Netz nahezu flächendeckend verfügbar und auch schnelles Internet per HSPA wird in den meisten Ortschaften angeboten.
Natürlich war dieser Ausbau aber alles andere als billig, noch lange bevor die Kosten wieder hereingeholt werden konnten, standen aber schon die Versteigerungen für LTE Frequenzen an. Die Chefetage von O2 haderte lange mit sich, entschied sich aber letztlich, doch in die neue Technologie zu investieren. Der Konzern bleibt damit in jedem Fall auch auf längere Sicht konkurrenzfähig. O2 ersteigerte sowohl LTE Frequenzen im 2600 MHz Bereich als auch die begehrten Frequenzen im Bereich von 800 MHz, die im Zuge der Digitalen Dividende vergeben wurden. Insgesamt musste das Mobilfunkunternehmen für die LTE-Frequenzen knapp 1,3 Milliarden Euro bezahlen.

Von den ersten Versuchen bis zur Marktreife von LTE

Erste Tests mit der neuen Technik begannen im Netz von O2 schon im September 2010 und damit nur vier Monate nach Ersteigerung der nötigen Frequenzen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern testete O2 von Beginn an nicht nur Datendienste, sondern auch klassische Sprachdienste. Da es sich bei LTE um eine gänzlich IP-basierte Technik handelt, müssen Telefonate ein völlig anderes System nutzen als bisher. Prinzipiell funktioniert jenes VoIP auch reibungslos, problematisch wird es allerdings, sobald ein Teilnehmer erreicht werden soll, der sich gerade nicht in einem LTE-Netz befindet. Der neue Mobilfunkstandard ist mit den alten Technologien nicht hundertprozentig kompatibel, bisher sind deshalb einige technische Tricks notwendig, um trotzdem Sprachdienste und SMS im neuen Netz zu ermöglichen. O2 testete entsprechende Lösungen schon früh und verfügt damit über die nötige Erfahrung, um dem Endkunden eine zufriedenstellende Lösung anzubieten. Der kommerzielle Betrieb von LTE im Netz von O2 startete im Juli 2011, dabei handelte es sich jedoch nur um standortgebundene Tarife als Ersatz für einen Festnetzanschluss.

Versorgung und aktuelle LTE Tarife von O2

Bis heute bietet O2 LTE nur in einer Variante an, die an einen festen Standort gebunden ist. Mit Downloadraten von 7,2 Mbit/s wird dabei noch nicht mal die Geschwindigkeit von 3G übertroffen. Allerdings bietet O2 LTE noch den Vorteil der geringeren Latenzzeit. In Zukunft will O2 jedoch auch schnelleres LTE ermöglichen, bisher darf der Zustand des Netzes noch gefahrlos als Testphase betrachtet werden. Der Ausbau des Netzes schreitet aber stetig voran, vorerst werden jedoch nur kleinere Ortschaften versorgt. Mit der Ersteigerung von Frequenzen im Bereich von 800 MHz verpflichtete O2 sich dazu, unterversorgte Gebiete zuerst mit der neuen Mobilfunktechnik zu beliefern. Auf diesem Wege will die Bundesnetzagentur dafür sorgen, dass in absehbarer Zeit jeder Bundesbürger mit einem schnellen Internetanschluss versorgt ist. In den größten Städten könnte O2 jedoch auch ein Netz im Bereich von 2600 MHz realisieren. Für Ballungszentren, in denen sich sehr viele Nutzer auf engstem Raum tummeln, bieten sich höhere Frequenzen in einem engmaschigen Netz ohnehin an. Auch die Geschwindigkeit von LTE fällt bei der Nutzung von 2600 MHz höher aus als bei 800 MHz. Trotzdem kündigte O2 bisher noch keine Versorgung für Städte an, lediglich ein Netz für Testzwecke ist bereits aufgebaut. Eine kommerzielle Nutzung findet jedoch noch nicht statt.

Mobiles LTE mit O2

Großes Thema bei O2 ist auch die mobile Versorgung mit LTE. Um jedoch Ärgerlichkeiten zu vermeiden, wird das Netz vor dem kommerziellen Betrieb auf Herz und Nieren getestet, weshalb die Realisierung etwas Zeit in Anspruch nimmt. Erste mobile Tarife sollen jedoch bereits diesen Sommer angeboten werden, dazu gehören vor allem passende Surfsticks, aber auch LTE-fähige Smartphones sollen ihren Weg in das Sortiment von O2 finden, sobald sie auf dem hiesigen Markt verfügbar sind. Dabei soll nicht nur die Versorgung mit dem neuen Standard deutlich ausgebaut werden, auch die Geschwindigkeit soll auf 50 Mbit/s steigen und wäre damit auf Augenhöhe mit den größten Mitbewerbern T-Mobile und Vodafone. Langfristig sollen im Netz von O2 auch 100 Mbit/s möglich sein. Einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung der Pläne nannte das Unternehmen jedoch leider noch nicht.

Zukunftsaussichten für O2 LTE

In einigen Bereichen besteht bei O2 ohne Zweifel Nachholbedarf, doch der Mobilfunkanbieter hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass es sich bei ihm um einen ernst zu nehmenden Konkurrenten handelt. Mit dem entsprechenden Netzausbau ist O2 problemlos in der Lage, flächendeckend schnelles LTE anzubieten. Für den Kunden ergeben sich durch die zusätzliche Konkurrenz nur Vorteile, denn so können T-Mobile und Vodafone den Markt nicht einfach unter sich teilen. Stattdessen führt die zusätzliche Konkurrenz zu einem schnelleren Ausbau und günstigeren Tarifen in allen Netzen. Für den tatsächlichen Ausbau ist jedoch nicht nur die Technik wichtig, denn natürlich will O2 wie jeder andere Anbieter auch möglichst hohe Gewinne erwirtschaften. Deshalb ist auch die Marktnachfrage von hoher Bedeutung. Bisher ist O2 deshalb noch etwas vorsichtig beim Ausbau des eigenen LTE Netzes, es findet sogar eine Kooperation mit dem Konkurrenten T-Mobile statt. Sobald jedoch mehr Nutzer auch unterwegs eine Internetleitung wünschen, die mit einem Festnetzanschluss konkurrieren kann, sind die Betreiber gezwungen, ihre Netze entsprechend auszubauen.

Welche Tarife wird O2 voraussichtlich anbieten?

O2 galt schon immer als ein sehr innovativer Dienstleister im Bereich der Mobilfunktechnik und auch im Bereich von LTE ist damit zu rechnen, dass die Münchner ihren Konkurrenten mit attraktiven Tarifen Paroli bieten werden. Beliebt sind bei O2 vor allem Verträge ohne Vertragslaufzeiten. Diese können im Gegensatz zu den meisten anderen Tarifen jederzeit gekündigt werden, was für den Kunden maximale Flexibilität bedeutet. Es ist damit zu rechnen, dass auch für LTE solche Tarife angeboten werden. Wer sich also nicht fest binden möchte, könnte bei LTE das für ihn passende Angebot finden. Früher oder später wird der neue Mobilfunkstandard auch im Prepaid Bereich angeboten werden, es lässt sich jedoch kaum sagen, wann entsprechende Angebote verfügbar sind. Wer bereits Kunde bei O2 ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft auch eine LTE Option buchen können, statt einen gänzlich neuen Vertrag abschließen zu müssen. So wäre es beispielsweise vorstellbar, dass eine bestehende UMTS-Flatrate einfach durch einen LTE Tarif abgelöst wird. Vorteil für den Kunden ist dabei, dass die alte Mobilfunknummer erhalten bleibt, rein technisch wäre noch nicht einmal eine neue SIM-Karte notwendig. Welche Tarife tatsächlich erscheinen, lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Da O2 jedoch schon in der Vergangenheit immer wieder mit sehr innovativen Tarifen überzeugen konnte, lohnt es sich in jedem Fall, die LTE-Tarife des Münchner Mobilfunkkonzerns im Auge zu behalten.