Vodafone LTE

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone gilt als einer der größten Innovatoren im Bereich LTE. Nur wenige Monate nach der Ersteigerung von Lizenzen gingen die ersten LTE-Netze in Betrieb, heute bietet das Unternehmen bereits zahlreiche Tarife für den neuen Mobilfunkstandard an.

Die Anfänge von Vodafone LTE

Bei der Frequenzversteigerung im Jahr 2010 war natürlich auch Vodafone vertreten und sicherte sich alle nötigen Frequenzen für den Aufbau eines leistungsfähigen LTE Netzes. Darunter fallen sowohl Frequenzen im Bereich von 2600 MHz, die vor allem in Städten genutzt werden sollen, als auch Frequenzen im 800-MHz-Frequenzband. Mit den niedrigeren Frequenzen erreicht ein Betreiber eine weitaus höhere Reichweite, weshalb die Versorgung auf dem Land sehr viel leichter fällt, da nur vergleichsweise wenig Basisstationen benötigt werden. Neben diesen gängigen Frequenzblöcken sicherte sich Vodafone ebenfalls Nutzungsrechte für Frequenzen im Bereich von 2000 MHz. Damit soll in dünner besiedelten Städten ein optimaler Kompromiss aus Reichweite und Geschwindigkeit erreicht werden. Insgesamt entstanden Vodafone dadurch Kosten in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro. Nur wenige Monate nach der Versteigerung startete Vodafone bereits die ersten LTE-Netze zu Testzwecken. Gegen Ende 2010 konnte Vodafone dank seiner Bemühungen als erster Mobilfunkanbieter in Deutschland ein kommerzielles LTE-Netz starten. Zu Anfang wurden dabei lediglich standortgebundene Anschlüsse angeboten, die als Festnetzersatz dienten. Heute sind jedoch auch schon mobile Lösungen im Programm des Mobilfunkdienstleisters.

Der aktuelle Netzausbau

Eine flächendeckende Versorgung mit LTE ist derzeit noch durch keinen Mobilfunkdienstleister gewährleistet. Auch das Netz von Vodafone erreicht noch längst nicht alle Ortschaften in Deutschland. Jedoch treibt Vodafone den Ausbau mit am stärksten voran, im jetzigen Zustand kann das LTE-Netz des britischen Mobilfunkunternehmens problemlos als eines der besten bezeichnet werden. Für den Kunden ist jedoch die Verfügbarkeit in der gesamten Bundesrepublik weniger interessant als die Versorgung am eigenen Wohnort. Wer sich für einen Vodafone LTE Tarif interessiert, kann deshalb auf der Webseite des Unternehmens schnell und einfach überprüfen, ob ein LTE-Tarif für den jeweiligen Wohnort infrage kommt. Wichtig ist dabei, ob der Anschluss für ein mobiles Endgerät gedacht ist, oder ob ein Haushalt mit schnellem Internet versorgt werden soll. Für den mobilen Einsatz ist eine gute bis sehr gute Versorgung empfehlenswert, da die kleinen integrierten Antennen nur mit einem entsprechenden Signal etwas anfangen können. Für den Heimbetrieb kann ein LTE-Signal aber durchaus auch etwas schwächer ausfallen, eine geeignete Richtantenne kann Signale auch aus sehr weiter Entfernung problemlos verarbeiten und sorgt für eine stabile Verbindung. Bei Unsicherheiten sollte vor Vertragsabschluss in jedem Fall beim Anbieter nachgehakt werden, ob sich LTE am jeweiligen Wohnort lohnt oder nicht.

Welche Tarife und Geschwindigkeiten werden derzeit von Vodafone angeboten?

Vodafone LTE ermöglicht prinzipiell LTE Verbindungen mit bis zu 50 Mbit/s, allerdings verursachen diese sehr schnellen Tarife natürlich auch höhere Kosten als niedrigere Datenraten. Das Mobilfunkunternehmen bietet jedoch eine breite Auswahl an Tarifen an, sodass sich für nahezu jeden Anspruch etwas findet. Für einen Festnetzanschluss kann beispielsweise auch schon ein relativ günstiger Tarif gewählt werden, für etwa 30 Euro monatlich wird der Zugang zum LTE-Netz gewährt. Die Geschwindigkeit ist dabei auf 3,6 Mbit/s beschränkt, was mit einem durchschnittlichen DSL Anschluss durchaus noch konkurrieren kann. Wer es etwas schneller möchte, hat die freie Wahl aus Tarifen mit bis zu 7,2 Mbit/s, 21,6 Mbit/s oder auch die vollen 50 Mbit/s. Für jede nächsthöhere Geschwindigkeitsstufe werden dabei pro Monat 10 Euro zusätzlich fällig. Zu beachten ist, dass alle Vodafone LTE Tarife über eine Geschwindigkeitsdrosselung verfügen, die nach Erreichen eines bestimmten Datenvolumens einsetzt. Im günstigsten Tarif verlangsamt sich der Anschluss bereits ab 5 GB Datenvolumen, beim teuersten Tarif werden dem Kunden 30 GB High Speed Volumen zugesprochen. Für exzessive Downloads eignen sich diese Anschlüsse deshalb nur bedingt. Nach der Drosselung stehen dem Nutzer für den Rest eines Monats noch 384 Kbit/s zur Verfügung, was einem DSL Lite Anschluss entspricht. Die Datenrate fällt damit also noch wesentlich höher aus als bei der Drosselung eines gängigen mobilen Datentarifs.

Auch für den mobilen Betrieb bietet Vodafone bereits passende Datentarife an. Wie bei den Festnetzangeboten reicht die Geschwindigkeit dabei von 3,6 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s. Allerdings steht nur ein Bruchteil des High Speed Volumens zur Verfügung. Die Drosselung schränkt das Internetvergnügen mit gerade mal 64 kbit/s außerdem noch stärker ein. Dieser Umstand macht sich jedoch auch im Preis bemerkbar, denn die mobilen LTE-Tarife fallen ein gutes Stück günstiger aus. Schon ab 14,99 Euro ist der mobile Zugang zu LTE möglich. Wer auch unterwegs Datenraten von bis zu 50 Mbit/s wünscht, zahlt monatlich 44,99 Euro. Eine echte Datenflatrate, also ein Tarif ohne Drosselung nach Erreichen eines bestimmten Volumens, wird von Vodafone derzeit nicht angeboten.

Gibt es vergünstigte Hardware zu einem Vodafone LTE Tarif?

Die neue Technik braucht natürlich auch auf Anwenderseite neue Hardware, die LTE Signale verarbeiten kann. Auch bei LTE bieten die Anbieter daher bei Vertragsabschluss vergünstigte Geräte an, damit ein Kunde sofort startklar ist. Auch bei Vodafone findet sich eine Auswahl an passender Hardware. Dazu gehören vor allem LTE Sticks, die ein Notebook oder jedes andere Gerät mit einem USB-Anschluss schnell und unkompliziert in das LTE-Netz bringen. Für den Einsatz zuhause gibt es passende Modems und Router. Eher enttäuschend ist hingegen die Auswahl an Smartphones und Tablets. Ein paar wenige Geräte finden sich bereits im Angebot des Mobilfunkanbieters, allerdings ist für einen Nutzer dabei kaum eine nennenswerte Auswahl geboten. Fans von Samsung Geräten werden sich jedoch über die LTE-Version des neuen Samsung Galaxy S3 freuen, die es nun doch noch nach Deutschland geschafft hat. Wer sich lieber ein Gerät ohne Vertrag kaufen möchte, sollte unbedingt auf die unterstützen Frequenzen achten. Einige Geräte, wie das Apple iPad 3, unterstützen zwar auf dem Papier LTE, jedoch nicht die für Deutschland benötigten Frequenzbänder. Hierzulande sollte ein Gerät auf jeden Fall Frequenzen im 800 MHz Bereich unterstützen, da diese von den Mobilfunkanbietern hauptsächlich genutzt werden. Für den Einsatz in Großstädten hingegen sollte ein Gerät im Bereich von 2600 MHz funken. Im Optimalfall werden natürlich beide Frequenzbänder unterstützt.

Wie sieht die Zukunft von Vodafone LTE aus?

Über kurz oder lang wird LTE den aktuellen Mobilfunkstandard UMTS vollständig ersetzen. Der dafür nötige Ausbau der Netze ist in vollem Gange, bis zum Ende des Jahres will Vodafone bereits mehr als 3.000 Orte mit der neuen Technik beliefern. Auch die Datenraten werden in Zukunft nochmals ansteigen, da LTE eigentlich sogar Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s erlaubt. Der Nachfolger LTE Advanced dringt sogar in den Bereich von Gbit/s vor. Durch den starken Konkurrenzkampf im Bereich des Mobilfunks ist auch damit zu rechnen, dass die Preise für die entsprechenden Tarife in Zukunft spürbar sinken. Viele Kunden warten auch bis heute auf eine echte Datenflatrate, die eine Internetnutzung ohne Drosselung der Geschwindigkeit ermöglicht. Es wird interessant zu sehen sein, ob das LTE-Netz derartige Tarife zulassen kann. Denn das ist nicht nur von den Gewinnkalkulationen der Anbieter abhängig, sondern auch von der Anzahl der Nutzer und der Leistungsfähigkeit der Basisstationen. Mehrere Nutzer einer gleichen Funkzelle teilen sich nämlich immer eine einzige Bandbreite, bei zu vielen Nutzern würde die Geschwindigkeit spürbar einbrechen. Bei normalem Betrieb ist das kein Problem, wenn jedoch auf einmal viele Nutzer gleichzeitig große Downloads tätigen oder das Internet zum Streamen von HD-Filmen nutzen, wäre eine Funkzelle sehr stark belastet. Es lässt sich bisher nicht voraussagen, ob die Netze der Anbieter einem solchen Ansturm gewachsen wären.